Das Fußballwochenende im Rückblick

Hadamars Sieg und Weidenfellers Kritik
Samstag, 13.08.2011
Hüsni Tahiri (rechts) bereitete das 1:1 vor und erzielte das 2:1 selbst. Foto: Weiss

Die Spielvereinigung Hadamar feierte in der Hessenliga ihren zweiten Saisonsieg. Auch für den TuS Dietkirchen war zwei Etagen tiefer das Remis gegen Niedernhausen erfreulich. Ganz böse hat es Offheim erwischt. Fünf Minuten vor Schlusspfiff führte man in Frauenstein mit 3:1 - und doch gab's eine Niederlage.

HESSENLIGA: Hüsni Tahiri ist zurück in Hadamar und hat seinem Team im Hessenligaspiel gegen Buchonia Flieden drei Punkte beschert. Der Deutsch-Albaner, der vor wenigen Wochen bei der TuS Koblenz zum Probetraining vorstellig wurde und beim Regionalligisten vom Deutschen Eck durchs Raster fiel, war am Samstagnachmittag vor 350 Zuschauern der Matchwinner beim 2:1-Heimsieg. „Er weiß, wo er hinlaufen muss und hat den nötigen Killerinstinkt“, lobte der ansonsten diesmal kritische Weidenfeller den 28-Jährigen, der das 1:1 durch Jan Goller (57.) vorbereitete und mit einem verwandelten Foulelfmeter fünf Minuten vor Feierabend das Ergebnis drehte. „Der Rest des Teams war ängstlich und unsicher. Wir setzen nicht das um, was wir uns im Training vornehmen“, war das Ergebnis das einzig erfreuliche für den Coach der Rothemden.
Die Gäste, bekannt für ihre starke Offensive und mit dem einem klaren Erfolg beim Mitfavoriten Wetzlar in die Runde gestartet, starteten mit Volldampf. Schon in der ersten Minute traf Daniel Rother zum 0:1. Im nächsten Angriff zwei Minuten später hatte Peter Kvaca sogar die Gelegenheit zum vollkommenen Traumstart, aber sein Kopfball verpasste das Tor haarscharf.
Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit kam Hadamar besser ins Spiel. Möglichkeiten für Julien Horner und Faisal Aziz hatten ihr Ende bei Fliedens Schlussmann Jonas Ritzel. Die Gäste griffen unterdessen seltener an als in der Anfangsviertelstunde, blieben dabei stets gefährlich.
In der 57. Minute endete endlich das Hinterherlaufen der Spielvereinigung. Hüsni Tahiri bediente von der rechten Seite Jan Goller, der zum 1:1 ins lange Toreck versenkte. Die Hausherren erhöhten anschließend den Druck, hatten hinten jedoch auch etwas Glück, als der brandgefährliche Sascha Gies den Außenpfosten des von Florian Hammel gehüteten Tores traf (83.). Zwei Minuten später Aufregung auf der anderen Seite. Jan Goller wurde im Strafraum gefoult, Schiedsrichter Volker Höpp vom FSV Dauernheim zeigte nach kurzem Zögern auf den Punkt, was nicht unbedingt nach dem Geschmack der Gäste war. „Man kann das so pfeifen“, meinte Heiko Weidenfeller. Fliedens Martin Hohmann fand's eine unglückliche Entscheidung: „Über diesen Pfiff will ich nicht diskutieren. Wir haben am Ende eigentlich mit 1:1 verloren.“ Hüsni Tahiri, kaltschnäuzig wie von Weidenfeller geschätzt, behielt die Nerven und verwandelte zum 2:1.
„Es war kein Spiel auf hohem Niveau. Leider haben wir nur die ersten 20 Minuten gut gespielt“, so Fliedens Trainer abschließend. Und Heiko Weidenfeller sieht noch viel Arbeit vor sich: „Die Spielweise ist noch nicht oberligatauglich. Es muss noch einiges bei uns passieren.“

Spvgg Hadamar – SV Buchonia Flieden 2:1 (0:1)
Hadamar: Hammel, Groß, Horner, Alves, H. Tahiri (89. I. Tahiri), Goller, Kretschmer (80. Kling), Kuczok, Aziz (75. Meuth), Groß, Körner.
Flieden: Ritzel, Rathouz, Braun, Müller, Drews, Rother, Birkenbach, Kvaca (65. Rumpeltes), Pfeiffer (59. Schad), Krause, Gies.
Schiedsrichter: Volker Höpp (FSV Dauernheim).
Zuschauer: 350.
Tore: 0:1 Daniel Rother (1.), 1:1 Jan Goller (57.), 2:1 Hüsni Tahiri (85., Foulelfmeter).

GRUPPENLIGA: Zur Hausener Kirmes brachte SG Hausen/Fussingen/Lahr keinen Sieg mit. In Weyer verlor die Waldbrunn-SG überraschend deutlich mit 0:4. Es war die erste Saisonniederlage der Mannschaft von Peter Henkes. Weyer hingegen zeigte sich gut erholt von den beiden jüngsten Niederlagen. Beim klaren Heimerfolg traf unter anderem der erst in der Sommerpause aus Hausen nach Weyer gewechselte André Schmidt doppelt. In seine Tore (20. und 85./Elfmeter) eingerahmt wurden die erfolgreichen Abschlüsse von Julian Philipps (63.) und Artur Loresch (83.).
Wenn's nicht läuft, dann kommt einfach alles zusammen – das gilt derzeit bei keinem anderen Gruppenligisten so wie beim SC Offheim. Alles schien zunächst, als sollte der Limburger Stadtteil-Klub in Frauenstein den ersten Saisonsieg landen können. Holger Müller, Jan Schmidt und David Schlitt hatten die Elf von Stefan Simon in der ersten Halbzeit mit 3:0 in Führung gebracht – da sollte doch normalerweise nichts mehr anbrennen – normalerweise. Am Ende stand Offheim doch wieder mit leeren Händen da – 4:3 gewann Frauenstein. Dabei führte Offheim fünf Minuten vor Schluss immer noch mit 3:1. Der Rest ging in negativem Sinne in die Annalen ein. 85. Minute: Christoph Reichardt trifft zum 2:3. 86. Minute: Tim Mernberger gleicht aus. Und damit noch nicht genug, Sie ahnen es. 89. Minute: Ingo Vermeer – 4:3 für Frauenstein.
Weiterhin richtig gut dabei ist der TuS Dietkirchen, der 1:1 gegen Niedernhausen spielte. In der ersten Hälfte war das Spiel arm an Höhenpunkte. Dietkirchen und die Gäste neutralisierten sich im Mittelfeld und es wollte kein richtiger Spielfluss aufkommen. Durch viele Unterbrechungen blieb das Spiel unter Gruppenliganiveau. Strafraumszenen blieben Mangelware. Ein Kopfball von Schmitz, nach Ecke Jung, ging über das Tor. Niedernhausen versuchte über die Spitzen Kalayci und El Fuente, erst in der vergangenen Woche aus Wallrabenstein gekommen, zu Torchancen zu kommen. Doch die Abwehr des TuS stand gut. Der einzige Höhepunkt in der ersten Hälfte gab es kurz vorm dem Pausentee: Nach Foul an Schmitt, zirkelte Emanuel Polonio den Freistoß wunderschön ins Toreck. Danach ging es in die Pause. Nach der Hälfte kam Dietkirchen nach Flanke durch Jung zu einer Torchance durch Schmitz, doch der Ball ging vorbei. Nach 55 Minuten kam Niedernhausen durch eine Unachtsamkeit zu einer Gelegenheit. El Fuente traf aber nur das Außennetz. Das Spiel wurde in der zweite Hälfte besser. Beide Mannschaften spielten nun mehr in Richtung Tor. Nach einer Stunde kam der TuS zu einer großen Möglichkeit. Schmitt köpfte nach Flanke von Sancak haarscharf am Tor vorbei. In der 84. Minute folgte der Ausgleich durch den eingewechselten Luca Pilling.
Im Gruppenliga-Spitzenspiel schoss sich der SV Wallrabenstein an die Tabellenspitze. Mit 3:0 gewann man gegen Tura Niederhöchstadt, mit zehn Punkten und ohne Niederlage steht die Elf vom Forsthaus derzeit punktgleich mit vier anderen Teams ganz vorne. Das großartige Torverhältnis von +10 macht den Unterschied. Boris Emmel und der eingewechselte Neuzugang aus Niedernhausen Dennis Nüchtern mit zwei Toren sorgten für die Jubeleinlagen am Sonntagnachmittag.

SV Wallrabenstein – Tura Niederhöchstadt 3:0 (1:0)
Wallrabenstein: Bördner, Ulmrich, Akrri (46. Nüchtern), Diehl, Neidhardt, Hertling, Tramontana, Woitalla (46. Jeromin), Freidel, Emmel, Scheib (57. Hofmann).
Niederhöchstadt: Klüpfel, Busch, Klein, Berger, Mansouri, Zaluk, Scherer, Ghanem (29. Roth), Blum (78. Geraci), Pawlenko, Dietz.
Schiedsrichter: Robyn Wensky (Neu-Isenburg).
Tore: 1:0 Boris Emmel (24.), 2:0, 3:0 beide Dennis Nüchtern (54., 75.).

TuS Dietkirchen – SV Niedernhausen 1:1 (1:0)
Dietkirchen: Schmitt, Sancak, Merfels, Polonio, Heep, Dempewolf, Balmert (78.Granja), Stöhr, Jung, Schmitz.
Niedernhausen: Westbeld, Lehner, Marquardt, Ihm, Hoepfner, Kremer, Unger, Gröger, Kalayci, El Fuente (70. Pilling), Wagner (53.Renner).
Schiedsrichter: Tobias Panzer (Langgöns).
Tore: 1:0 Emanuel Polonio (44.), 1:1 Luca Pilling (84.).

RSV Weyer – SG Hausen/Fussingen/Lahr 4:0 (1:0)
Weyer: Gleissner, Kuhn (51. Ben Youssef), Philipps, Lanois, Voss (65. Petri), Enderich, Schneider, Blazquez, Schmidt, Putz (46. Loresch), Kaplan.
Hausen: Erbse, Krekel (80. Störzel), Schlimm, Gross, Haller, Mehr (73. Merz), Röhrig, Orendi, Hillenbrand (67. Doll), Rücker, Erbach.
Schiedsrichter: Wolfgang Geipel (Wiesbaden).
Tore: 1:0 André Schmidt (20.), 2:0 Julian Philipps (63.), 3:0 Artur Loresch (83.), 4:0 André Schmidt (85., Elfmeter).

SV Frauenstein – SC Offheim 4:3 (0:3)
Frauenstein:
Ferreira, Afghanjar, Bitter, Bauer (60. Carrera), Mernberger, von Michalkowsky (76. Reichardt), Mosca, Quintana, Räuber (63. Röther), C. Vermeer, I. Vermeer.
Offheim: Ries, Müller, Hoferichter, Schenk, Campana, Tekdas, Schmidt, Uran (21. Brenneck), Hoffmann, Schlitt, Subasi.
Schiedsrichter: Alessandro Heim (Wächtersbach).
Tore: 0:1 Holger Müller (29.), 0:2 David Schlitt (37., Elfmeter), 0:3 Jan Schmidt (40.), 1:3 Marco Mosca (47., Elfmeter), 2:3 Christoph Reichardt (85.), 3:3 Tim Mernberger (86.), 4:3 Ingo Vermeer (89.).

KREISOBERLIGA: Der TuS Löhnberg und der FC Dorndorf bleiben auch nach dem dritten Kreisoberliga-Spieltag die verlustpunktfreie Doppelspitze der Klasse. Dorndorf holte beim 2:0 gegen Kirberg den dritten Sieg im dritten Spiel, Löhnberg gelang Identisches mit dem 5:2 bei der SG Niedershausen/Obershausen. Immerhin schafften es die Gastgeber, dem TuS die ersten Gegentreffer der Saison einzuschenken. Aufsteiger Ahlbach holte auch in seinem zweiten Spiel Zählbares. Gegen den letzjährigen Gruppenligisten Niederhadamar sprang ein 0:0 heraus. Der SC Niederhadamar präsentierte sich als kompakte, zweikampfstarke Mannschaft, die der SG Ahlbach/Oberweyer alles abverlangte. Die Kombinierten fanden nur schwer in das Spiel und überließen in der Anfangsphase der Begegnung den Gästen die Initiative. Gefährlich wurde es insbesondere bei Standartsituationen, die aber knapp das SG-Gehäuse verfehlten oder Beute des sicheren Schlussmannes Frank Naumann wurden. Erst in der 20. Minute gelang dann Marcel Demare der erste gefährliche Schuss auf das Tor der Mannebacher. In der 40. Minute hatte der Gastgeber Glück, als Mario Schneider denkbar knapp das Tor der Einheimischen verfehlte. Im zweiten Spielabschnitt wurde die SG dann stärker. Das Spiel verlagerte sich zusehends in die Hälfte der Gäste, obwohl diese durch Konter immer brandgefährlich blieben. Alles in Allem ist das Remis aber als gerecht zu bezeichnen. Erwähnenswert ist die soveräne und tadellose Leistung des Unparteiischen Noll aus Niedererbach.
Neben Löhnberg gelang noch dem TuS Laubuseschbach ein Sieg auswärts (3:0 gegen Kubach). Die SG Weinbachtal holte beim 3:2 gegen den VfR 07 Limburg ihren ersten Dreier.
Ein richtig gutes Fußballspiel lieferten sich Würges II und Dauborn/Neesbach. Die Verbandsliga-Reserve siegte mit 2:1. Würges musste sich in der Anfangsphase den Vorwurf gefallen lassen, vor allem durch etwas Eigensinn die Bälle im Mittelfeld zu schnell zu verlieren. So ging der Gast nach Eckball durch einen Kopfball von da Silva (23.) verdientermaßen in Führung. Heiko Brands scheiterte zweimal an Torhüter Völker und Andreas Großmann verzog völlig freistehend. Dauborn war in der ersten Hälfte das aktivere Team, konnte die Überlegenheit jedoch nicht zum Ausbau der Führung nutzen.
Würges kam neu motiviert aus der Kabine und machte Druck. Nach weiter Flanke von Arne Wagner bugsierte Jan Hickethier (54.) den Ball über die Torlinie. Hier sah die Gästeabwehr inklusive Torhüter Völker nicht gut aus. Dauborn konnte nun kräftemäßig nichts mehr zusetzen und Würges übernahm nach und nach die Initiative. Vor allem Heiko Brands, der noch zwei Riesenchancen vergab (unter anderem ein Pfostentreffer in der Nachspielzeit), wurde zum auffälligsten Spieler auf dem Platz. Markus Zapp scheiterte, als er den Ball aus 16 Metern über das leere Tor hob. Der Gast versuchte nur noch mit weit geschlagenen Bällen die Würgeser Abwehr in Verlegenheit zu bringen. Dies war dann aber doch kein probates Mittel mehr. Als Arne Wagner nach einem Alleingang 18 Meter vor dem Gästetor gefoult wurde, legte sich Krisztian Szekely den Ball zurecht und hob diesen zum 2:1-Siegtreffer über die Mauer in die linke Torecke.
Die Heimelf tat in der zweiten Hälfte ganz einfach mehr und durfte sich über diesen verdienten Erfolg zurecht freuen. Trotz der drei Ampelkarten gegen Friedrich, Noll (beide Würges) und Delibalta (Dauborn/Neesbach) war es ein faires Fußballspiel. „Es hat Spaß gemacht zuzuschauen“, schwärmte RSV-Spielausschussmitglied Reinhold Ochs.

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