32-Jährige aus dem Kreis gesteht Tötung ihrer drei Kinder
-rwe- Haftbefehl wegen Totschlags in drei Fällen gegen eine 32-jährige Frau aus dem Kreis Limburg-Weilburg: Die Frau, die am Mittwochabend von der Staatsanwaltschaft Limburg bei der Ermittlungsrichterin vorgeführt wurde, gesteht, ihre drei Kinder jeweils einige Wochen nach der Geburt getötet zu haben. Das teilen die Staatsanwaltschaft Limburg und die Polizeidirektion Limburg-Weilburg in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.
Die Kinder, ein Mädchen und zwei Jungen, wurden im September 2004, Juni 2006 und März 2009 geboren und jeweils in den ersten Lebenswochen getötet. Die Geständige wurde in Russland geboren und besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit. Sie kam im März 2004 nach Deutschland. Sie ist seit August 2003 verheiratet. Vater der Kinder ist ihr Ehemann, der die russische
Staatsangehörigkeit hat.
In Deutschland erlernte und übte sie zeitweilig den Beruf einer Altenpflegehelferin aus und bezog zuletzt Arbeitslosengeld. Weitere Kinder hat die Beschuldigte nicht. Bei den ersten beiden verstorbenen Kindern wurde nach deren Tod eine ärztliche Leichenschau durchgeführt, aus der sich keine konkreten Hinweise auf ein Tötungsdelikt ergaben. Auch die jeweils durchgeführten Obduktionen inklusive toxikologischer Untersuchungen führten zu keinem anderen Ergebnis, insbesondere nicht zur Feststellung von todesursächlichen Verletzungen. Es musste jeweils vom sogenannten "plötzlichen Kindstod" ausgegangen werden.
Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wurden jedoch nach dem letzten Todesfall weitergeführt, da die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein "plötzlicher Kindstod" bei derselben Familie drei Mal ereignet, von Seiten der Gerichtsmedizin und der Ermittler als äußerst gering eingeschätzt wurde. Es folgten umfangreiche Untersuchungen bei der Gerichtsmedizin und in mehreren Instituten deutschlandweit zum Ausschluss etwaiger Gendefekte innerhalb der Familie. Hinzugezogen wurde ferner ein Sachverständiger zum "plötzlichen Kindstod". Als Ergebnis bestätigte dieser die sehr hohe Unwahrscheinlichkeit von drei Fällen des "plötzlichen Kindstods" bei denselben biologischen Eltern. Konkrete Beweise für Tötungsdelikte ergaben sich allerdings auch hier nicht.
Vor dem Hintergrund dieser Einschätzung erfolgte gestern eine Vernehmung der Eheleute bei der Limburger Kriminalpolizei im Beisein eines Rechtsmediziners. Dabei verwickelte sich die Frau in Widersprüche und gestand schließlich, ihre drei Säuglinge jeweils erstickt zu haben. Zur Motivation gibt die Beschuldigte an, sich mit "allem überfordert" gefühlt zu haben. Alle drei Kinder hätten viel geschrien. Anhaltspunkte dafür, dass der Ehemann an den Tötungen mitwirkte oder Kenntnis von ihnen hatte, ergaben sich nicht.

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