Museumsstiftung für den Lahnmarmor
VILLMAR/ LAHN. Der Vorstand des Lahn-Marmor-Museums gab kürzlich bei einer Pressekonferenz einen Überblick über den aktuellen Stand beim Villmarer Muesumsneubau. Das Muesum für den bekannten Werkstein von der Lahn, bis in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts den Ruf der Lahn um die Welt trug, soll zwischen dem Villmarer Bahnhof und dem Naturdenkmal Unicabruch an der Lahn errichtet werden.
Wie der Vorsitzende des Vereins, Volker Klemens, erklärte, sind weit über 80 Prozent der erforderlichen Finanzmittel von knapp einer Millionen Euro schon vorhanden. Hiervon entfallen 200.000 Euro auf einen Finanzierungsanteil des Marktfleckens Villmar, 470.000 Euro auf Fördermittel der EU und der Rest entfällt auf Zusagen von privaten Förderern. "Wir sind sehr froh darüber, dass sich Privatpersonen und Unternehmen so mit der Geschichte unserer Lahnregion identifizieren, dass wir mit der Finanzierung schon so weit gekommen sind. Dies hätten wir uns vor fünf Jahren in unseren besten Träumen nicht vorstellen können." , so Klemens. Gleichwohl bedürfte es noch einige engagierte Spender und Sponsoren.
Um nun auch in der breiten Bevölkerung Impulse für eine finanzielle Unterstützung des Museumsbaus zu geben, stellte Klemens mit seinen Vorstandskollegen erstmals handgefertigte Uhus aus Lahnmarmor vor, die man als Dankeschön für eine Bauspende erhält. Die Uhus tragen den Namen Nica und sollen so ein Bezug zum Naturdenkmal Unicabruch, einem geologischen Aufschluss aus Lahnmarmor, herstellen. Wie Klemens berichtete, werde tatsächlich ab und zu ein Uhu im Steinbruch gesichtet.
Vorstandsmitglied Rudolf Conrads erläuterte, dass das Museum in der Rechtsform einer privaten Stiftung betrieben werden sollte. Die rechtlichen Rahmenbedingungen seien mit dem Regierungspräsidium in Gießen abgestimmt. Mit der Stiftung werde man einerseits dem dauerhaften Charakter des Museums gerecht, andererseits sei so auch eine saubere Trennung vom Haushalt des Marktfleckens Villmar sicher gestellt. Darüber hinaus könnten sich über eine Stiftung interessierte Unterstützer der Museumsidee finanziell und auch inhaltlich in das Muesum einbringen. Neben dem Stiftungsvorstand und dem Stiftungsbeirat, die den Museumsbetrieb steuern und beaufsichtigen sollen, ist ein Stiftungskuratorium vorgesehen, in dem engagierte Förderer des Museums mitwirken können. Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn noch mehr Menschen und Unternehmen aus der Lahnregion bei der Geburt des Museums als Helfer tätig und auch im Kuratorium das Museum dauerhaft begleiten würden.
Die Idee, ein Museum für den Lahnarmor zu bauen, hat in den letzten Jahren viele Befürworter gefunden. Dies liegt einerseits an der Wiederentdeckung dieses Werksteins und seiner Baugeschichte, andererseits aber auch an der kontinuierlichen Arbeit des Museumsvereins. Klemens: "Unser Museumsverein wird die Museumsstiftung konsequent fördern, indem wir diese personell, fachlich und finanziell unterstützen." hilde Günther aus Limburg meint, dass es für den Museumsbau an der Lahn im GeoPark eine Alternative gibt. Wolfang Schön vom Villmarer Verschönerungsverein sieht im Museum große Chancen für Villmar. "Ich freue mich, dass die Villmarer Marmortradition mit dem Museum fortgeführt wird", meint er und ergänzt: "Ohne den Museumsverein wäre die Sanierung der Wiener Kapuzinergruft mit Originalmarmor von der Lahn nicht möglich gewesen.
Hierauf sind wir besonders stolz."
Lahn-Marmor-Museum:
Seit nahezu 14 Jahren setzt sich der Villmarer Verein "Lahn-Marmor-Museum" für den Aufbau eines Museums im GeoPark Westerwald-Lahn-Taunus ein. Um den Lahnmarmor mit allen seinen Facetten gerecht zu werden, plant der Verein in Zusammenarbeit mit den Marktflecken Villmar, der Europäischen Union, dem Landkreis Limburg-Weilburg, dem Land Hessen und dem GeoPark Westerwald-Lahn-Taunus zu errichten.
Die Geschichte des Vereins von der Gründung bis zum heutigen Tag ist eine einzige Erfolgsstory.
Wichtige Situationen sind:
* 1997 Gründung des Vereins Lahn-Marmor-Museum
* 1998 Ausweisung des geologischen Aufschlusses Unica-Steinbruch als Naturdenkmal
* 1998 erste Dauerausstellung auf der Burg Runkel
* 1999 Eröffnung des Villmarer Lahn-Marmor-Weges
* 2001 Überdachung des Unica-Steinbruchs in Verbindung mit der Erschließung dieses einzigartigen Geotops.
* 2001 Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises
* 2002 erste groß Ausstellung im Terminal 2 des Flughafens Frankfurt am Main
* 2005 Eröffnung eines ersten kleinen Museums am Brunnenplatz in Villmar
* 2005 Unica -Steinbruch wird zum Nationalen Geotop gewählt
* 2005 Teilnahme am Hessentag in Weilburg/ Lahn als Repräsentant des Marktfleckens Villmars
* 2005 viel beachtete Austellung im Essener Rurlandmuseum
* 2007 Länderübergreifendes Regionales Entwicklungskonzept (REK) Limburg-Weilburg-Diez - "Lahn-Marmor-Museum" wird Bestandteil des Leitprojektes 1 "Geopark Westerwald-Lahn-Taunus"
* 2008 Ausstellung im Baumberger Sandsteinmuseum in Havixbeck/ Münsterland
* 2008 LMM und Landrat Michel stellen Erfordernis eines Museumsneubaus fest
* 2009 Vorlage eines "Entwicklungskonzepts GeoPark Westerwald-Lahn-Taunus". Der Lahnmarmor wird als ein zentrales Themenfeld definiert.
* 2009 Erarbeitung und Vorlage eines Museumskonzeptes für ein neues Lahn-Marmor-Museum.
* 2009 Runder Tisch zur "Finanzierung, Förderfähigkeit und Bezuschussung des Lahn-Marmor-Museums/ Geo-Park-Informationszentrum" auf Einladung von Bürgermeister Hermann Hepp mit Vertretern des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung
* 2009 Präsentation des Museumskonzeptes durch Prof. Kirnbauer vor dem Haupt- und Finanzauschuss sowie dem Bau- und Umweltausschuss des Marktfleckens Villmar. Die Ausschüsse nehmen das Konzept zustimmend zur Kenntnis.
* 2009 Beschluss der Gemeindevertretung Villmar zur Errichtung eines Geo-Informationszentrums/ Museums in Villmar
- Informationsverantstaltung für die Bürger Villmars in der König-Konrad-Halle. Museumsvorhaben erfährt breite Unterstützung.
- Juni/Juli 2010 Durchführung eines Architektenwettbewerbes mit Unterstützung der Hessischen Landesregierung.
- Juli 2010 Beschluss zum Bau eines Lahn-Marmor-Museums entsprechend dem Siegermodell der Gruppe "schmidt/weismüller".
- September 2010 Bescheid der Hessischen Landesregierung zur Förderung des Museumsabus nach dem EU Programm EFRE
- Mai 2011 Das LMM hat mittlerweile 250 Mitglieder, pro Jahr 10.000 regestrierte Besucher und hat zwischenzeitlich 21 mal die Vereinszeitschrift "Lahn-Marmor-Nachrichten" herausgebracht. Das Vereinsprogramm hat eine feste Struktur: Führungen vor Ort, Exkursionen zu Bauten aus Lahnmarmor (Wiesbaden, Mainz, Fulda, Würzburg, Köln, Berlin), Fachkongresse wissenschaftliche Publikationen.
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