Wagners Überraschungscoup in Neuwied
NEUWIED. Robert Wagner hat André Greipel, John Degenkolb, Marcel Kittel und Co. ein Schnippchen geschlagen. Der 28-Jährige vom Team Leopard-Trek fuhr im Straßenrennen um die Deutsche Meisterschaft in Neuwied ins Meistertrikot. Gleich tat es ihm Ina Yoko Teutenberg, die bei den Frauen gewann.
Vier Fahrer hatte das Team Leopard-Trek am Sonntag in Neuwied auf die 208 Kilometer lange Strecke geschickt. Mit dem Meister von 2007 und 2008 Fabian Wegmann konnte man genauso rechnen wie mit dem nimmermüden Kämpfer Jens Voigt. Aber wer hätte gedacht, dass am Ende der Magdeburger Robert Wagner der Mann der Stunde sein sollte? „Es war der beste Moment meiner Karriere", freute sich dieser auf der Pressekonferenz. Seit 1993 sitzt er auf dem Rad, von diesem Moment habe er immer geträumt. Und das in einem Jahr, in dem Wagner bislang nach eigenen Worten „mehr neben dem Rad gelegen, als auf dem Rad gesessen" hatte. Der Sieg sei „der absolute Wahnsinn".
Wagner zeigte dem Zweitplatzierten Gerald Ciolek und John Degenkolb das Hinterrad. Ciolek, der im Gegensatz zu den anderen beiden Podiumsplatzierten, am kommenden Wochenende bei der Tour de France startet, sprach von einer gelungenen Generalprobe und war mit dem Silberrang zufrieden. Der sechsfache Saisonsieger John Degenkolb wurde Dritter. „Der Titel hätte mir mindestens genauso viel bedeutet wie er Robert bedeutet", schmunzelte der 21-jährige Mitfavorit, der Bronze aber auch zufrieden in Empfang nahm.
Auf dem mit Ausnahme von zwei Steigungen flachen Kurs in der Deichstadt zeigte sich in der Anfangsphase ein Lokalmatador. Kim Lachmann enteilte dem Peloton gemeinsam mit Dani Westmattelmann, dem späteren Sieger der Bergwertung, und Yannick Bok. Am Heddesdorfer Berg wurde spontan reagiert. Mit Kreide wurden auf dem Asphalt antreibende Worte geschrieben. Aber das Trio wurde nach rund der Hälfte der Strecke wieder geschnappt. Lachmann musste später aufgrund von Krämpfen aufgeben.
Auch die Routiniers zeigten sich: Jens Voigt, Danilo Hondo und Fabian Wegmann versuchten einige Male das Heil in der Flucht, aber im Feld war das Tempo zu hoch, sodass nach 13 Runden der Sprint entschied. Ein Sprint, der aus Sicht Robert Wagners der größte seiner bisherigen Karriere sein sollte.
Highroad-Duo einigt sich auf Teutenberg
Das Frauenrennen wurde (wie schon das Zeitfahren) vom Team Highroad dominiert. Ina Yoko Teutenberg siegte vor Judith Arndt. Dass der Zieleinlauf so aussehen sollte, hatten die beiden Ausreißerinnen schon auf der Zielgeraden abgeklärt, ein Sprint um Gold und Silber fiel damit aus. Eigentlich wollte Teutenberg, die sich früh alleine vom Feld abgesetzt hatte und später von Arndt eingeholt worden war, ihrer Teamkollegin den Vortritt lassen. Weil diese allerdings schon am Freitag den Zeitfahrtitel eingefahren hatte, präsentierte sich die Leipzigerin in Gönnerlaune ließ Teutenberg den Vortritt. Somit gingen fünf von insgesamt sechs in Neuwied vergebenen Medaillen an Highroad. Hanka Kupfernagel verhinderte mit Bronze die Maximalausbeute für Highroad. Kupfernagel setzte sich kurz vor dem Ziel um ein paar Meter von der Verfolgergruppe ab, die keinerlei Ambitionen gezeigt hatte, das Führungsduo noch zu erreichen. René Weiss
















































































































Kommentare
Kommentar hinzufügen