Weyer schießt nach Umzug den Sieg heraus
Sechs Tore und ein etwas ungewöhnliches Fußballspiel bekamen die Zuschauer am Mittwochabend auf dem Weyerer Weilersberg zu sehen. Am Ende behielt der RSV beim 4:2 die Punkte in der Heimat, für eine Kuriosität sorgte die einsetzende Dunkelheit. Für Furore sorgt auch weiterhin der TuS Dietkirchen.
RSV Weyer – Türk. SV Hattersheim 4:2 (2:1)
Etwas überspitzt könnte man sagen, dass die Mannschaft des Türk. SV Hattersheim das Gruppenliga-Spiel gegen den RSV Weyer auf den Autobahnen 66 und 3 verloren hat. Die Gäste vom Main trafen bedingt durch volle Straßen erst verspätet am Spielort ein, sodass die Begegnung mit 25-minütiger Verspätung von Schiedsrichter Dennis Jantz angepfiffen wurde. Da der Rasenplatz in Weyer bekanntermaßen kein Flutlich besitzt, der nebenan liegende Hartplatz aber sehr wohl, zogen Spieler, Schiedsrichtergespann und Zuschauer nach gespielten 60 Minuten wegen einsetzender Dunkelheit kurzerhand um. „Selbst habe ich so etwas auch noch nicht erlebt. Aber es war im Sinne beider Teams, so lange wie möglich auf dem Rasen zu spielen“, meinte Weyers Trainer Markus Schmiedl nach Spielende. Und warum Hattersheim durch das verspätete Eintreffen indirekt die Partie verlor? Die grün-weiße Heimelf schoss auf dem Ascheplatz nämlich den Sieg heraus. Nach 60 Minuten auf grünem Geläuf hatte es 2:2 gestanden. „Wir haben die Umstellung einfach schneller geschafft. Auf dem Hartplatz helfen keine taktische Finessen. Da ist Aggressivität gefragt, und die haben wir ins Spiel gebracht“, beobachtete Schmiedl erfreut.
Sein Vorhaben mit einer Führung den Platz zu wechseln war nicht ganz aufgegangen. Der RSV hatte zwar bis zur 60. Minute ein paar Chancen mehr, auch wenn unter dem Strich der Leistungsunterschied zwischen beiden Teams nicht allzu groß war. Michael Putz (9.) und Nebil Kaplan (39.) brachten die Hausherren zweimal nach vorne, Yasin Solak nach einem Freistoß von Spielertrainer Cengiz Elcioglu (33.) und der eingewechselte Junus Akcakaya (57.) mit einem satten Distanzschuss konnten jeweils antworten. Die beiden Weyer-Tore entstanden über einen großartig aufspielenden Nikolaos Nakas. Der Neuzugang zeigte mit einigen Dribblings, dass er wohl die erhoffte Verstärkung wird. Beim 1:0 musste Putz nach Nakas' Vorarbeit nur noch den Fuß hinhalten, vor Kaplans Einschuss zum 2:1 ließ der ehemalige Wehener Zweitligaspieler zwei Hattersheimer wie Slalomstangen stehen. Gästecoach Elcioglu reagierte sofort und gab dem zum wiederholten Male ausgetanzten Andreas Gräf für den Rest des Abends frei. „Nakas weiß eben genau, wo der Ball hin muss. In Hoechst merkte man, dass er und die Mannschaft sich noch abstimmen müssen, heute hat's schon richtig gut gepasst“, analysierte Markus Schmiedl.
Ebenso an zwei Toren beteiligt war Björn Enderich. Der Kapitän mit der Nummer 6 auf dem Rücken traf in der 62. Minute zunächst mit einem Flachschuss ins linke Toreck zum 3:2, drei Minuten später sah er den auf Strafraumhöhe mutterseelenallein stehenden Marc Blazquez, setzte diesen gefühlvoll in Szene – 4:2. Weitere Chancen folgten anschließend fast im Minutentakt. Nebil Kaplan scheiterte in bester Postion an Hattersheims Torsteher Efstratios Karakaxis, zwei Minuten später konnte Dominic Voss eine Zwei-gegen-Eins-Situation nicht präzise genug ausspielen. Auch kurz vor Schluss waren weitere Treffer drin. Kaplan traf konternd den Innenpfosten, Voss verfehlte das mehr oder weniger freie Tor.
In Sachen Rustikalität wurde in der letzten halben Stunde auch ein Zahn zugelegt. Schiedsrichter Dennis Jantz vom SC Kohlheck griff alleine in den letzten 30 Minuten achtmal (!) zur Brust- und einmal zur Hosentasche, um die Sanktionskärtchen zu zücken. Die Ampelkarte war für Gäste-Spielertrainer Elcioglu bestimmt. René Weiss
Weyer: Gleissner, Lanois (79. Ben Youssef), Kuhn, Nakas, Philipps, Enderich, Schneider (49. Horz), Blazquez, Putz (46. Petri), Kaplan.
Hattersheim: Karakaxis, Jamali, Dogramaci, Akpinar, Gräf (39. Akcakaya), Tosun (61. Elouardani), Arac, Dogan, Solak, Arbana, Elcioglu.
Schiedsrichter: Dennis Jantz (SC Kohlheck).
Tore: 1:0 Michael Putz (9.), 1:1 Yasin Solak (33.), 2:1 Nebil Kaplan (39.), 2:2 Junus Akcakaya (57.), 3:2 Björn Enderich (62.), 4:2 Mark Blazquez (65.).
Besonderheit: Gelb-Rote Karte gegen Weyers Cengiz Elcioglu (87., Reklamieren und Foulspiel).
Verwarnungen: Lanois, Philipps, Blazquez, Enderich Voss, Kuhn – Dogramaci, Akpinar, Arbana.
TuS Dietkirchen - FSV Winkel 5:0 (3:0)
Der TuS Dietkirchen eilt in der Gruppenliga weiter von Sieg zu Sieg. Gegen den FSV Winkel setzte sich der Aufsteiger am Mittwoch mit 4:0 durch. Genauso wie schon im Derby gegen Offheim legte die Reckenforst-Elf in der ersten Halbzeit den Grundstein durch Tore von Miguel Granja und einen Doppelpack von Michael Schmitz. Granja ließ nur drei Minuten nach Wiederbeginn ebenfalls seinen zweiten Treffer folgen und Kapitän Stefan Stöhr sorgte in der Schlussminute für den Endstand. Damit führt der TuS Dietkirchen mit zwei Punkten Vorsprung und einem Spiel weniger als die Verfolger die Tabelle der Gruppenliga an. Am Sonntag spielt man ab 15 Uhr beim 1. FC Lorsbach.
Dietkirchen: S. Schmitt, Merfels, Polonio (46. Heep), Balmert, Dempewolf, Stöhr, P. Schmitt, Granja (72. Egenolf), Schmitz, Sancak (77. Jung), Frieling.
Winkel: Tempel, Tallarigo, Harm. Naghsh-Ajpisheh (46. K. Faist), Sahm, Vicentic, Mantel (34. Weiss), Dillmann (71. Veith), D. Faist, Gajda, Bornwasser.
Schiedsrichter: Lukas Nöh (SSV Edelweiß Medenbach).
Tor: 1:0, 2:0 beide Michael Schmitz (10., 30.), 3:0, 4:0 beide Miguel Granja (33., 48.), 5:0 Stefan Stöhr (90.).
TuS Hahn - SG Hausen/Fussingen/Lahr 2:0 (1:0)
Die zweite Saisonniederlage musste die SG Hausen/Fussingen/Lahr im Verfolgerduell beim TuS Hahn hinnehmen. Zwei Tore von Maurice Burkhardt, eines davon früh in der sechsten, das zweite spät in der 84. Minute, sorgten dafür, dass die Taunussteiner in der Tabelle an der Waldbrunn-SG vorbeizogen.
Hahn: Gapp, Hatamian-Tirgordi, Hanson, Menger, Jude, Dehmel, Heintz, Lauer, Müller (70. Losito), Burkhardt, Kremer (68. Przybilla).
Hausen/Fussingen/Lahr: Lanois, Krekel, Schlimm, Groß, Haller, Störzel, Merz (52. Röhrig), Doll, Hillenbrand, Orendi, Erbach.
Schiedsrichter: Marius Ulbrich (Phönix Düdelsheim).
Tore: 1:0, 2:0 beide Maurice Burkhardt (6., 84.).






















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